Nein, kein Schwachsinn - DSL-Tarif mit fester IP-Adresse
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> Feste IPs macht nur sinn wenn Serfer Firmen mit Webhosting etc im
> einsatz
> kommen.
Nicht ganz richtig, man kann so das eigene SMTP-Relay auf einer
festen Adresse betreiben. Auf dynamischen IPs geht das eher
schlecht.
Auch kann man Dienste nutzen, die auf der anderen Seite eine feste IP
voraussetzen. Ist einfach sicherer wenn man den SSH-Port noch
zusätzlich mit einem Eintrag in den iptables belegen kann. Das geht
aber (naja, bis fertig ist an dem ich gerade bastle) mit dynamischen
IPs nicht so einfach.
VoIP ist ein weiteres Beispiel. Zwar geht VoIP über VPN ebenfalls
sehr gut, aber mit einer eigenen festen IP lassen sich leichter
Filialengateways bilden, und gerade hier ist die Asymmetrie wichtig,
weil Downloads die Gespräche weniger behindern (QoS geht ja nur zum
Provider).
> Oder STANDLEITUNG für Firmen!
Wenn Du Webhosting betreibst sind Standleitungen natürlich
sinnvoller.
> Dazu braucht man keine 8 feste IPs!
4 IPs sind im klassischen Design aber zu wenig. Netzwerknummer und
Broadcast gehen ab, dazu kommt der Router. Dann ist nur 1 IP über.
Das ist unattraktiv und eine Riesenverschwendung (4:1).
Nicht jeder Router erlaubt es, IPs auf das MAC-Layer zu legen (Cisco
und Bintec können es, Linux natürlich auch, aber bei
Billig-DSL-Routern möchte ich es erst mal testen bevor ich das
glaube), weshalb nur das klassische Netzdesign funktioniert. Somit
erhällst Du bei 8 IPs nur 5 nutzbare, das bedeutet Du hast die
Verschwendung mehr als halbiert (8:5).
(Ich habe schon mehrere LIRs aufgebaut.)
> IPv4 ist dann erschöpft!
Nur wenn das jeder machen würde. Ich denke mal, das Angebot wird
nicht jeder nutzen.
> Und dazu ist der Preis viel zu überteiert!!
Wie kommst Du darauf? Eine 256kBit SDSL-Standleitung kostet 200 EUR
und ist nicht überall dort verfügbar wo DSL ist. Die 279
EUR-Variante hat etwas mehr zu bieten, sogar 1,5 MBit im Downstream!
Hätte es diesen Tarif vor 1 Jahr schon gegeben, ich hätte mir eine
512 kBit-Standleitung sparen können (256kBit war zu wenig).
DSL hat außerdem den Vorteil, daß man sich einwählt. Du kannst also
2 Standorte betreiben die sich abgleichen, der eine mit festen IPs
und der andere mit einer normalen Billigflat etc., und fällt der eine
Standort aus dann wählt sich der andere mit den festen IPs ein und
übernimmt. Genial!
> Und feste IPs können Hacker mehr anrichten!
Meinst Du der Hacker hat eine feste IP oder der angegriffene?
Einem Hacker ist es ziemlich schnurz ob Du eine feste oder dynamische
IP hast. Es ist nur wichtig, wie gut Deine Systeme geschützt sind.
Mit einer festen IP lassen sich Filter viel leichter zuziehen (siehe
Beispiel SSH-Port oben), und damit läßt sich mehr Sicherheit
erreichen als mit dynamischen IPs. Mit einer festen IP ist auch
wahrscheinlich, daß Du eine bessere Technik einsetzt, einfach wegen
dem psychologischen Effekt, den Du gerade demonstrierst.
Daß dynamische IPs sicherer sind das ist ein Märchen. Ein schlechtes
noch dazu. Du verwechselst das, wie so viele, mit privaten IPs.
Als ich 1999 meine 128 KBit-Standleitung durch eine Flatrate
vertauschen mußte wurde mein Firewall zwangsläufig löchriger. Er hat
zwar außen immer noch keinen Port offen, aber jetzt fehlt der zweite
Paketfilter (die Cisco) hinter ihm der die IDS-Regeln sehr
vereinfacht hat: Kommt was unerwartetes an dann stürz ab.
(; Der beste Firewall ist und bleibt 2m Luft zwischen Stecker und
Buchse
> Also Schwachsinn!
Nein, das sehe ich anders. Ein interessant kalkuliertes Angebot und
für mich echt überlegenswert. Nicht daß es schön wäre wenn so etwas
billiger wäre, aber die Firma muß auch leben und mit reellen Preisen
ist die Chance höher, daß die Firma überlebt.
Auch interessant und fair ist die Deckelung. Mit der schnellsten
Leitung ist man maximal 506 EUR los. Das ist fast doppelt so viel
wie bei der Flatrate, aber es ist weiterhin eine Art “Flat”-Tarif.
Meine 512 kBit-Standleitung (an der hängt einer meiner Nameserver,
der muß eine feste IP haben) setzt selten mehr als 4 GB im Monat um,
und so könnte ich um Jahresmittel leicht Geld sparen, obwohl leicht
möglich ist, daß ich ein bis zweimal im Jahr an den Deckel stoße.
Wenn ich aber nun einfach das maximale Budget einplane, dann ergibt
sich am Jahresende automatisch ein Überschuß. Wirklich zu überlegen,
eben weil der Deckel nicht irgendwo im utopischen Bereich liegt.
Der Break-Even bei der teuersten Flat (die zweitteuerste ist ziemlich
uninteressant) liegt immerhin bei 14 GB. 500 MB pro Tag ist wirklich
viel. Mein Chatserver (mit teils 500 Benutzern parallel) hat kurz
vor seinem Abgang zwar das 10-Fache davon durchgesetzt, aber solche
Maßstäbe darf man ja nicht ansetzen.
-Tino
PS: Natürlich klar, wer eMule etc. betreibt, für den sind 500 MB/Tag
ein Witz. Wer das aber an einer festen IP tut ist selber schuld
(außer bei freenet.sourceforge.net, aber das ist etwas völlig
anderes).